Podcast

Im Podcast vom 04. Juni 2018 spricht Moderator Matthias Pachler mit den Experten Phillip Annerer, Magdalena Sobolewska und Julia Wiesmann über die Intention, warum man Podcast hört und warum man gerade nebem dem Geschirrabwaschen Podcasts konsumieren kann.

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Podcastnutzung in Österreich und Deutschland

Nach den Ergebnissen einer Onlinebefragung von AS&S Radio gemeinsam mit Facit in Deutschland kennen 56 Prozent der Befragten den Begriff Podcast. Die Reichweite von Podcasts liegt bei 29 Prozent, dieser Anteil der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten zumindest einmal Podcasts gehört zu haben. Hochgerechnet entspricht das ca. 20 Millionen Hörern in Deutschland (Vgl Domenichini, 2018: 46).

Laut einer Studie von Tom Schaffer vom Politikportal zurpolitik.com und Petra Köstinger  haben 87 Prozent der Befragten in den sieben Tagen vor der Umfrage zumindest einen Podcast gehört (Vgl Schaffer, 2016).

Podcasts werden als massentaugliches Phänomen bezeichnet, da mit Hörern aus allen Bevölkerungsgruppen zu rechnen ist. Die Hörer von Podcasts sind durchschnittlich besser gebildet, kaufkräftiger, technikaffiner und das Haushaltsnettoeinkommen liegt bei 46 Prozent über 2500 Euro, womit Podcast- Nutzer aus der Sicht des Werbemarktes als Premium-Zielgruppe zu begreifen sind (Vgl Domenichini, 2018: 46).

Podcasts besitzen ein sehr breit gefächertes Themenangebot, am beliebtesten sind in Deutschland TV/Film/Serien, Nachrichten und Politik sowie Comedy. Es gibt beinahe keine Nischenthemen, die nicht durch einen Podcast abgedeckt sind (Vgl Domenichini, 2018: 47). In Österreich sind spannende Interviews, journalistische Reportagen und Talkrunden am beliebtesten (Vgl Schaffer, 2016).

Podcasts können auf verschiedenen Vertriebswegen genutzt werden  am beliebtesten sind Apps, vornehmlich iTunes, gefolgt von anderen Streamingdiensten. Das Smartphone ist sowohl in Deutschland als auch in Österreich das meist genutzte Endgerät. Der zeitliche Nutzungsschwerpunkt von Podcasts in Deutschland liegt am Abend, sodass sich Podcast- und Radionutzung ergänzen. Podcasts werden häufig in der Freizeit, sowie unterwegs und in Wartesituationen gehört (Vgl Domenichini, 2018: 46). In Österreich werden sie großteils neben anderen Tätigkeiten rezipiert und über die Hälfte der Nutzer hören Podcasts zwischen 6 und 10 Uhr morgens (Vgl Schaffer, 2016).

Für Podcastangebote privater Medienunternehmen bietet sich die Werbefinanzierung an. Deutsche Podcasthörer zeichnen sich durch eine hohe Werbeakzeptanz aus, über 80 Prozent der Befragten gaben an Werbung und Sponsoring zu akzeptieren, um den kostenfreien Zugang weiterhin zu ermöglichen (Vgl Domenichini, 2018: 47f). In Österreich wird Werbung in Podcasts von den meisten Befragten auch akzeptiert, bloß für 24 Prozent ist Werbung nicht okay (Vgl Schaffer, 2016).

Die vielfältigen Angebote und Vertriebswege sowie die einfache Nutzung sind eine positive Grundlage dafür, dass Podcasts zu einem festen Bestandteil der deutschen Medienlandschaft werden (Vgl Domenichini, 2018: 48).

Diese deutschsprachigen Podcasts sollte man kennen!

Wer gute Podcasts hören wollte, musste lange Zeit auf jene aus den USA oder Großbritannien zurückgreifen. Inzwischen gibt es aber auch einige deutschsprachige Podcasts, die auf Erfolgskurs sind und sich zielsicher ihren Weg in die Kopfhörer und Lautsprecher der Österreicherinnen und Österreicher bahnen.
Doch für welche Podcasts sollte man sich entscheiden? Wir verraten, welche deutschsprachigen Podcasts besonders hörenswert sind!

1

SERVUS. GRÜEZI. HALLO

Servus. Grüezi. Hallo., so heißt der neue Politik-Podcast von ZEIT und ZEIT ONLINE.
Jeden Mittwoch besprechen Matthias Daum, Leiter des ZEIT-Büros in Zürich, Florian Gasser, ZEIT-Korrespondent aus Wien und Lenz Jacobsen, stellvertretener Politik-Ressortleiter von ZEIT ONLINE in Berlin, aktuelle Themen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und diskutieren darüber, was die drei Nachbarsländer voneinander lernen können.
Der Podcast ist über iTunes, Spotify und den meisten Podcast-Apps verfügbar.

2

FEST UND FLAUSCHIG

Fest und Flauschig ist ein Satire Podcast von Oli Schulz und Jan Böhmermann. Ursprünglich moderierten die beiden eine Radiosendung (Sanft & Sorgfältig) auf dem Berliner Sender Radio Eins, die auch von anderen ARD-Sendern übertragen wurde. Im Zuge der Böhmermann-Affäre kam es allerdings zu einer Unterbrechung der Produktion. Seit Mai 2016 läuft ihre Sendung nun über den Musikstreamingdienst Spotify. Mit seinen mehreren 100.000 Hörern ist der Podcast nicht nur der erfolgreichste deutschsprachige Podcast, sondern laut Angaben von Spotify sogar der weltweit erfolgreichste Podcast des Unternehmens.

3

FALTER RADIO

Falter Radio ist ein Podcast der Wiener Wochenzeitung FALTER. In jeder Folge diskutiert der ORF-Korrespondent Raimund Löw die Top-Themen der aktuellen Falter-Ausgabe mit den jeweiligen Autorinnen und Autoren. Der Podcast liefert somit nicht nur Hintergrundinformationen zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, sondern bietet auch spannende Einblicke in die journalistische Arbeit der FALTER Redakteurinnen und Redakteuren. Den Podcast findet man auf iTunes, Spotify, Soundcloud oder dem YouTube-Kanal von FALTER. Außerdem wird der Podcast seit geraumer Zeit im Radioprogramm zweier kleinerer Regionalsender in Tirol und Kärnten gesendet.

4

DAS THEMA

Ähnlich wie der Falter Radio greift auch der Podcast der Süddeutschen Zeitung (SZ) das aktuelle Nachrichtengeschehen auf und informiert die Zuhörerinnen und Zuhörer über die Hintergründe und Recherche. Der 30-minütige Podcast erscheint wöchentlich und wird von Laura Terberl moderiert. Die Folgen sind auf iTunes, Spotify oder einer Podcast-App abrufbar.

Wie man selbst einen Podcast erstellt

Fast ein Drittel von Deutschlands Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren greift regelmäßig auf kostenlose On-Demand-Sendungen, kurz Podcasts und Videos, zurück. Der Großteil der Inhalte betrifft dabei Wissens- und Nachrichteninhalte. Diese Inhalte lassen sich so leicht wie nie zuvor herstellen. Während es vor einigen Jahren beinahe unmöglich war, etwa eine eigene Radioshow zu produzieren, reicht dafür heute an Computer und ein Mikrophon, manchmal sogar nur das Smartphone. Hier wird erklärt, was es zur Erstellung eines Podcasts braucht.

Passender Content

Bevor man sich über die technische Umsetzung des eigenen Podcasts Gedanken macht, sollte das Thema und Setting bereits feststehen. Wichtig ist es, einen möglichst genauen Plan zu haben. Das Überthema “Geschichte” zu wählen und sich darauf zu einigen “einfach über gewisse Ereignisse in der Geschichte zu sprechen” ist dabei zu wenig. Bereits erfolgreiche Podcast, die genau das zuvor Beschriebene umgesetzt haben, haben sich im Vorhinein einen viel genaueren Plan zurechtgelegt. Die Macherinnen von “Stuff you missed in history class” haben beispielsweise in einer Folge ihres Podcasts genau darüber gesprochen und erzählt, wie wichtig es für sie war, bereits im Vorhinein möglichst alles abgeklärt zu haben. Inklusive einen Ablauf für die einzelnen Episoden. Was für Hörer lose und improvisiert klingt, ist oft sehr genau durchgeplant.

Das richtige Equipment

Bei der Diskussion um das richtige Equipment scheiden sich die Geister. Es gibt sehr erfolgreiche Podcasts, die in renommierten Tonstudios oder mit professionellem Equipment aufgenommen werden, auf der anderen Seite gibt es genauso erfolgreiche und beliebte, die bloß aus aufgezeichneten Telefongesprächen bestehen (z.B bei “The Tim Ferriss Show”).  Im US-amerikanischen Raum setzt sich gerade außerdem der Trend durch, Podcasts auch mitzufilmen, um sie zusätzlich auf Youtube veröffentlichen zu können.
Grundsätzlich ist zu beachten, dass sich professionelles Equipment nur bezahlt macht, wenn man auch damit umgehen kann. Glücklicherweise gibt es im Internet sehr viele Videotutorials zur Einrichtung von Mikrophonen und normalerweise ist es in jeder größeren Stadt möglich, sich Profi-Equipment auszuborgen, um bereits im Vorhinein den Umgang damit zu lernen. Neben dem Mikrophon benötigt man auch das passende Kabel und ein Interface, um das analoge Signal des Mikros in ein digitales umzuwandeln. Manche Mikrophone benötigen auch Phantomspeisung, müssen also mit Strom versorgt werden. Die meisten Interfaces haben dieses Feature allerdings ohnehin verbaut.

Den eigenen Podcast aufnehmen und schneiden

Vor einigen Jahren hatten trainierte Sprecher in Radiosendungen oder Podcasts noch einen hohen Stellenwert. Mittlerweile scheint das nicht mehr so zu sein. Authentizität ist wichtiger geworden, deutliches Sprechen sollte man aber natürlich üben. Genauso wichtig ist die Positionierung des Mikrophons. Befindet es sich beispielsweise zu weit unterhalb des Mundes, werden Atemgeräusche und S- bzw- T-Laute verstärkt.
Um den eigenen Podcast zu schneiden, wird häufig Audacity empfohlen. Die Funktionen sind dabei aber sehr eingeschränkt. Empfehlenswert ist deshalb beispielsweise Reaper. Reaper ist ein professionelles Aufnahme- und Schnittprogramm und zeichnet sich durch seine Funktionsvielfalt aus. Viele bekannte Alben wurden damit produziert und es lohnt sich im Vorhinein das eine oder andere Online-Tutorial anzusehen. Reaper gibt es – sofern man es nicht für kommerzielle Zwecke nutzt – als gratis Download.

Die Verbreitung

Sobald der Podcast aufgenommen und geschnitten ist kann er veröffentlicht werden. Geeignete Plattformen dafür gibt es sehr viele. Soundcloud, Apple Music und Spotify sind nur eine kleine Auswahl davon.